Streik! Streit! Leid!

VERDI und GDL in den Medien

Und zehntausende Menschen leiden unter der Streikwelle unterschiedlicher Gewerkschaften und Berufsvereinigungen.

Die Streikkassen sind gefüllt, nicht selten kostet ein Streiktag der Gewerkschaft 400.000 € und mehr, aber wieso streiken die Menschen, wer streikt eigentlich und warum greift das Gleichberechtigungsgesetz eigentlich nicht für Nicht-Gewerkschaftsmitglieder, oder doch?!

Wozu streikt man eigentlich?!

Der eigentliche Grund für einen Streik waren ursprünglich die schlechten Arbeitsbedingungen, die während des industriellen Aufschwungs zu Ende des 18. Jahrhunderts. Einst ging es um eine Gleichberechtigung, wenn ein Kumpel mehr Geld in der Stolle bekam, wollten alle anderen auch mehr, gab es nicht mehr, dann haben die Fachkräfte die Arbeit niedergelegt, bis mehr Geld kam.

Da dies jedoch in einigen Fällen dazu führte, dass ein Betrieb nicht mehr arbeiten konnte oder die Streikenden ersetzt wurden, strukturierte man eine Gewerkschaft, die die Interessen der Mitglieder gegenüber dem Staat und dem Arbeitgeber durchsetzen sollte.

Heute umfassen die Gewerkschaften weitaus mehr Aufgaben und die Gewerkschaftsgruppen sind weitreichender geworden.

Wie läuft ein Streik (heute) ab?!

Zunächst schließt die Gewerkschaft mit dem Arbeitgeber im Namen der Mitglieder einen sogenannten “Tarifvertrag” ab, der für alle Mitglieder gilt. Läuft dieser Tarifvertrag aus, dann muss neu verhandelt werden. Dabei belaufen sich die Forderungen heute meist um mehr Geld und weniger Arbeitszeit. In einigen Fällen geht es um soziale Leistungen und anderes.

Wenn die Parteien (Gewerkschaft und AG) nicht einigen, so kann die Gewerkschaft unter rechtlichen Aspekten und mit Kündigungsschutz für die Mitarbeiter einen Warnstreik berufen, der, je Regelung, über einen oder mehrere Tage gehen kann.

Wenn nun eine erneute Verhandlung kein Ergebnis bringt, dann geht der Streik weiter oder wird sogar ausgeweitet, sodass die Öffentlichkeit bestmöglich davon Wind bekommt. Bringen Verhandlungen kein Ergebnis, dann kann auch ein Vermittler eingesetzt werden. Der Ablauf ist ähnlich wie bei einem Flohmarkt.

Der Käufer kommt (Gewerkschaft) und möchte etwas. Der Verkäufer (AG) stellt seine Bedingungen, der Käufer hingegen fordert bessere Bedingungen und geht erstmal einmal um den Flohmarkt. Nun treffen sich die beiden wieder und verhandeln erneut. Bei einer Gewerkschaft und AG muss allerdings eine Einigung gefunden werden.

Die Gewerkschaft muss im Falle eines Streiks auch die Mitarbeiter weiter bezahlen, die am Streik teilnehmen. Bei Streiks über 4 Stunden sind Getränke vor Ort, über 6 Stunden Sitzmöglichkeiten und über 8 Stunden sogar Mahlzeiten. (In der Regel)

Dazu spielt das Wetter einen großen Einfluss auf die Streiks, denn auf dem Betriebsgelände des bestreikten Arbeitgebers ist es rechtlich verboten, daher muss es außerhalb des Betriebsgeländes passieren.

Theoretisch könnte die Gewerkschaft oftmals die Forderungen durch eigene Finanzmittel aufbringen, doch wird dieses Geld investiert, damit die Gewerkschaften mehr Geld durch die Mitglieder erhalten, denn desto mehr das Mitglied verdient, desto höher ist der Anteil der Gewerkschaft, der direkt abgezogen wird.

Damit ist eine Gewerkschaft über früh oder lang immer handlungsunfähig, wenn der AG den Streik notfalls aussitzen will, denn eine Gewerkschaft verdient nur Geld durch die Gehälter der Mitglieder und Spenden und diese müssen auch in andere Strukturen der Gewerkschaft investiert werden, sodass hier ein ungleiches Verhältnis entsteht zwischen berechtigten Interesse und direkten Eingriff in den Wettbewerb des AG.

Und wieso greift das Gleichberechtigungsgesetz nicht?

Das Gleichberechtigungsgesetz besagt, dass niemand wegen seinem Geschlecht, seiner Herkunft, Religion, Hautfarbe oder dem Alter bevorzugt oder benachteiligt werden darf.

Wenn nun ein Mitglied der Gewerkschaft durch einen Streik für die gleiche Arbeit nun mehr Geld erhält als ein AN ohne Mitgliedschaft ist dies eine Diskriminierung und ein Verstoß gegen das Gleichberechtigungsgesetz, denn nur weil ein AN nicht in der Gewerkschaft ist wäre eine Benachteiligung. Eine Benachteiligung bei einer Gehaltserhöhung, die für alle im Tarifvertrag festgehalten wird, wäre demnach verhältnismäßig unzulässig, ein AN könnte vor dem Arbeitsgericht eine gute Chance haben in diesem Fall ebenfalls eine Gehaltserhöhung oder die Privilegien des Kollegen zu genießen, wenn gleich er nicht Gewerkschaftsmitglied ist.

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